SPD-Fraktion beantragt erneut kostengünstiges Stadt-Ticket

Gespeichert am Mo, 29.10.2018 - 15:15 Uhr

Nach den jüngsten Entwicklungen zur Neuordnung der Zonen im VVS-Gebiet und nach den vielen Initiativen von Städten wie Esslingen, Ludwigsburg und Tübingen, erneuert die Kirchheimer SPD-Gemeinderatsfraktion ihren Antrag aus den vergangenen Jahren auf Einführung eines Stadttickets im gesamten Kirchheimer Stadtgebiet. „Pendler sollen mit einem Stadtticket jede beliebige Haltestelle im Kirchheimer Liniennetz für den Preis eines Kurzstreckentickets ansteuern können, selbst wenn sie aus Nabern nach Ötlingen unterwegs sein sollten“ skizzierte der neue Fraktionsvorsitzende Marc Eisenmann die Idee. Dass dieser SPD-Antrag seit 2014 jedes Jahr mit Verweis auf die Ergebnisse der Modellversuche in Marbach und Herrenberg zurückgestellt wurde, ist nun kein Grund mehr. „Die Ergebnisse in den Modellversuchen zeigen wesentlich höhere Fahrgastzahlen, es ist eine sehr erfolgreiche Maßnahme. Das wird in Kirchheim ebenfalls so sein!“ ist sich Stadträtin Marianne Gmelin sicher.

Die bisherigen Preise sind völlig unattraktiv, um vom Auto auf den Bus umzusteigen. „Wenn man vom Schafhof in die Stadt und wieder zurück fahren will und dafür 5 € zu bezahlen hat, dann gibt es gegenüber dem eigenen Auto keinen Vorteil.“ stellt Walter Aeugle eine Vergleichsrechnung auf. Andreas Kenner, der neben den Kirchheimer Themen auch die Landespolitik im Fokus hat, verweist darauf, dass es bei dem Projekt „Relex-Expressbus“ vom Kirchheimer Bahnhof zum Stuttgarter Flughafen ja auch mit reduzierten Preisen klappt „Diese unterschiedliche Preisgestaltung kann man keiner Kirchheimer Bürgerin und keinem Kirchheimer Bürger sinnvoll erklären!“ so der Landtagsabgeordnete Kenner.

Neben der günstigeren Preisgestaltung ist auch noch das Thema Attraktivierung und Barrierefreiheit von Haltestellen eine große Herausforderung. „Das Personenbeförderungsgesetzt gibt hier klare Richtlinien vor, die bis 2022 zu berücksichtigen sind“ erklärt Stadtrat Bodo Schöllkopf. Und Neu-Stadtrat Arne Knoblauch ergänzt „Um den ökologischen Nutzen aus einem besseren, kostengünstigeren ÖPNV in Kirchheim noch weiter zu erhöhen, gilt es, auch bei der Fahrzeugwahl den Schadstoffausstoß zu minimieren. Emissionsfreie Antriebstechnik "Made in Nabern" in Kirchheimer Bussen – das wäre doch mal was!“

Tonja Brinks ergänzt das Handlungsfeld um einen weiteren wichtigen Bereich „der Schülerverkehr in Kirchheim  muss ebenfalls auf den Prüfstand. Sichere Schulwege sind uns ein wichtiges Anliegen. Ein Ausbau der Schülerbeförderung, um Kinder sicher zur Schule und wieder nach Hause zu bringen, muss ein wesentlicher Bestandteil des zukünftigen ÖPNV-Konzeptes in Kirchheim bleiben“.

Die SPD-Gemeinderatsfraktion wird dieses Bündel an Anträgen in die nächste Sitzungsrunde einbringen. „Es ist an der Zeit, den öffentlichen Personennahverkehr in Kirchheim attraktiver zu machen. Natürlich bedeuten die Anträge auch finanzielle Aufwendungen, das ist aber gut investiertes Geld für die Kirchheimer Bürgerinnen und Bürger!“ zeigt sich Marc Eisenmann überzeugt.